Unsere Städte und Dörfer wurden errichtet, bevor es Kläranlagen gab. Früher wurden die Kanalisationen so gebaut, dass das Abwasser möglichst direkt in die Bäche und Flüsse in der Nähe der Siedlungsgebiete abgeleitet wurde. Dies hat Mitte des letzten Jahrhunderts zu einem sehr schlechten Zustand der Schweizer Gewässer geführt, weshalb seit rund 50 Jahren an vielen Orten in der Schweiz Kläranlagen gebaut wurden.
Seither leisten die Kläranlagen einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz, weil sie Abwasser so reinigen, dass Schadstoffe nicht oder nur in sehr geringen Mengen in Flüsse, Seen oder das Grundwasser gelangen. So entfernen sie beispielsweise organische Stoffe und Nährstoffe, sodass der Sauerstoffgehalt in den Gewässern stabil bleibt und Fische sowie andere Wasserlebewesen nicht ersticken. Durch biologische Prozesse, Sedimentation und teilweise Desinfektion werden Bakterien, Viren und Parasiten stark reduziert, was die hygienische Wasserqualität verbessert.
Auch Schwermetalle, Mikroplastik, Arzneimittelreste und andere problematische Stoffe können in Kläranlagen zum grossen Teil zurückgehalten oder abgebaut werden. So werden auf der ARA Buholz ab 2026 mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe auch Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt. Diese organischen Spurenstoffe gelangen z.B. als Medikamentenrückstände, Pestizide und Reinigungsmittel ins Abwasser. In der neuen Reinigungsstufe am Ende der ARA bindet Aktivkohle diese Spurenstoffe, sodass deutlich weniger Mikroverunreinigungen über das Abwasser in die Reuss gelangen.